DIY: Pinhole Kamera

Zutaten für den Bau einer Lochkamera

Das Wunder der Fotografie erleben? Das geht auch heute noch. Mit ein paar Dingen kannst du dir deine eigene Kamera bauen und mystisch-verwunschene Bilder kreieren.


Es stimmt. Es ist gar nicht so schwer eine Lochkamera zu bauen. Du brauchst nur ein paar Zutaten plus etwas Zeit und Geduld. Das Zeitraffer-Video zeigt wie es geht:
 

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Die 5 wichtigsten Tipps für den Bau einer Pinhole Kamera

  1. Verwende etwas festeren schwarzen Karton als Grundlage, um dir den Arbeitsschritt des schwärzen der Innenseite zu ersparen. Oder du benutzt den Ausdruck für den Innenraum.
  2. Als Pinhole-Grundlage eignen sich dünne und starke Metallprodukte, wie zum Beispiel 1mm dicke Kupferfolie (gibt es Online oder in Bastelläden). Zur Not kannst du auch eine Blechdose oder Aluminiumfolie verwenden. Allerdings solltest du bei einer Blechdose versuchen, das Metall vorher etwas zu plätten (z.B. mit einem Kugelhammer).
  3. Generell gilt für die Pinholegröße: Je kleiner, desto schärfer wird das Foto. Zum Loch stechen eignen sich extra dünne Nadeln, wie Perlnadeln. (Beachte jedoch, dass es für jeden Pinhole Kameratyp eine optimale Lochgröße gibt. Diese lässt sich Online mit einem „Pinhole Size Calculator“ berechnen). Für die Kamera im Video ist 1mm ideal. Zur besseren Handhabung kannst du die Nadel in eine Radiergummikappe eines Bleistifts stecken (die längeren Perlnadeln solltest du vorher kürzen). Drehe die Nadel während des Loch stechens leicht und versuche nicht zu viel Druck zu verwenden.
  4. Leere 35mm-Filmdosen bekommst du oft kostenlos in Fotofachgeschäften (in denen auch Filme entwickelt werden). Für den Filmtransport eignen sich Büroklammern.
  5. Qual der 35mm Filmauswahl: Allgemein haben Filme mit niedrigem ISO Wert (z.B. 100) ein besseres Kontrastverhältnis und eine bessere Farbsättigung. Dafür benötigen diese Filme auch eine längere Belichtung, was zu einer gewissen Bewegungsunschärfe führt, wenn du beispielsweise fahrende Autos fotografierst.

Der Zufall spielt mit

Natürlich ist bei der Sache auch ein wenig Ausprobieren und Zufall angesagt. Immerhin musst du auf deinen geliebten Sucher verzichten. Dafür ist so eine Lochkamera auch federleicht und alles funktioniert ohne Batterien.
Lass dich nicht entmutigen von Problemen, wie der genauen Pinholegröße oder der Ungewissheit wie weit man wohl noch zum nächsten Bild spulen muss. Trau deinem Gefühl, lerne aus deinen Fehlern und habe deinen Spaß beim ausprobieren.

Erste Bilder

Damit du auch wirklich glaubst, dass es funktioniert – gibt es hier ein paar der ersten Bilder mit der Giebichensteinbrücke, der Pauluskirche, der Ziegelwiese und dem Riveufer zu sehen. (PS: Die Bilder sind mit einem normalen 35mm Farbfilm/ ISO 400 entstanden, wurden eingescannt und dann in einem Bildbearbeitungsprogramm in Schwarz/Weiß gewandelt)